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DHL-Kopfkissen
Aus Abfall wird bei MOOT Umsatz

Wenn DHL alte Bekleidung aussortiert, in der Textildruckerei ein Druckauftrag für das PAROOKAVILLE-Festival so richtig schief geht oder alte LKW-Planen entsorgt werden müssen, dann sprudeln beim Berliner Unternehmen MOOT die Ideen. Die Spezialisten für Upcycling und Recycling entwickeln aus den Abfällen neue Produkte, die bei den Partnern neue Einnahmen generieren, indem die ausgemusterten Materialien aufgewertet werden. Beispiele für gelungene Upcycling-Projekte finden sich in den Fanshops von Hertha BSC, DHL, PAROOKAVILLE-Festival, Deutscher Fußball Bund (DFB), bei der Frankfurter Verkehrsgesellschaft oder der IG Metall.

Ressourcen schonen – für Produkte mit Wirkung

Upcycling bedeutet bei MOOT in Berlin, aussortierte und unbrauchbar gewordene Materialien nicht als Abfall zu betrachten, sondern als wertvollen Rohstoff. „Bei MOOT entwickeln wir Produkte aus bestehenden Ressourcen – sorgfältig, funktional, durchdacht und langlebig im Einsatz“, sagt Lukas Landefeld aus dem MOOT-Team. So entstehen aus Materialien mit Geschichte Produkte mit einer neuen Aufgabe. Das Upcycling-Unternehmen arbeitet transparent, partnerschaftlich und mit dem Anspruch, ökologische Verantwortung und innovatives Design zusammenzubringen. Dabei entstehen Produkte, die Nachhaltigkeit greifbar und erlebbar machen – für den internen und externen Einsatz. Geschäftsführer Michael Pfeifer: „Wir verstehen Upcycling als Chance für Individualität und als klares Statement für einen bewussteren Umgang mit Ressourcen.“

Neue Taschen aus alten DHL-Textilien

Gemeinsam mit DHL baute MOOT ein System auf, um ausrangierte DHL-Textilien nicht mehr einfach nur zu entsorgen, sondern in den Kreislauf zurückzuführen. So sind aus ausrangierten Poloshirts und anderer Zusteller:innen-Bekleidung sowie alten ikonischen Briefsäcken der Nachtluftpost bereits zehntausende Upcycling-Artikel entstanden. Das Spannende: Die entstandenen Upcycling-Produkte sind nicht nur ein Nachhaltigkeitsprojekt, sondern Teil eines funktionierenden Geschäftsmodells. Die Upcycling-Produkte werden über den DHL Fanshop verkauft. Dabei decken die Erlöse die laufenden Kosten vollständig, wodurch Upcycling zu einer eigenständigen Einnahmequelle wird.

Warum das jetzt relevant ist?

Mit steigenden Anforderungen an Kreislaufwirtschaft und neue EU-Regularien zu Abfall und Alttextilien wird der Umgang mit Altbeständen zum strategischen Thema. Unternehmen, die heute handeln, sichern sich geringere Entsorgungskosten, eine messbare CO₂-Reduktion und neue Umsatzpotenziale.

Nostalgische Merch-Produkte im Vintage-Style

Die Verwendung alter Materialien für neue Produkte gehört bereits zur Strategie vieler Unternehmen und Konzerne. Gebrauchsspuren und Used-Look erscheinen dabei geradezu attraktiv, denn die „Makel“ der Rohstoffe erzählen immer eine Geschichte.

Eine Tasche aus dem Fanshop der Hertha BSC
Eine Tasche aus dem Fanshop der Hertha BSC

Im Fanshop von Hertha BSC gibt es Taschen und Beutel aus alten LKW-Planen, die tausende Kilometer auf dem Buckel haben. Das PAROOKAVILLE-Festival machte aus der Not eine Tugend, als ihre Textildruckerei die Merchprodukte fehlerhaft bedruckte. So wurden Sweatshirts und T-Shirts umgenäht zu Kissen und Tragetaschen mit dem Line-up des Festivals. Aus alten Einlassbändchen entstehen beim PAROOKAVILLE zudem funktionale Lifestyle-Produkte, die Festival-Gefühle in den Alltag bringen.

Für den Deutschen Fußball Bund (DFB) rettete MOOT ausgediente Stadionbanner und fertigte daraus echte Unikate. Bei den entstandenen Taschen gleicht kein Exemplar dem anderen – jeder verwendete Bannerabschnitt trägt ein Stück Fußballgeschichte in sich.

Für die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) machte MOOT aus alter Dienstkleidung Rucksäcke und Bauchtaschen. Die Merch-Produkte werden in einem Pop-up-Store an der Frankfurter Hauptwache verkauft. Und auch die IG Metall in Baden-Württemberg kooperierte bereits mit MOOT, um aussortierte Textilien und Banner der IG Metall in über 1.000 Upcycling-Produkte wie Sitzkissen, Taschen, Laptoptaschen und Moonbags zu verwandeln.

Kooperationspartner gesucht

MOOT ist ständig auf der Suche nach neuen Projekt- und Kooperationspartnern. Wenn Unternehmen also Materialien ungenutzt im Lager liegen haben, dann prüft das Team von MOOT, welches Potenzial darin steckt. So wird aus Abfall Umsatz und gleichzeitig der Müll reduziert.

 


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