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LAIMS in Action 2
Neuer Ansatz für die Strukturierung der Textilveredelung

Mit LAIMS hat die TOPO GmbH aus Tirol ein ERP-System entwickelt, das einen differenzierten Ansatz in der Steuerung von Textilveredelungsbetrieben verfolgt. Im Fokus steht nicht die reine Digitalisierung bestehender Abläufe, sondern deren gezielte strukturelle Neuordnung.

Die Textilveredelung ist durch eine hohe operative Komplexität gekennzeichnet. Variantenreiche Produkte, unterschiedliche Veredelungsverfahren sowie parallele Prozessschritte führen in der Praxis häufig zu fragmentierten Systemlandschaften. Informationen werden mehrfach gepflegt, Prozesse verlaufen nicht durchgängig und Transparenz geht verloren.

Mateo Leitner und sein Team von TOPO wollen mit LAIMS genau an dieser Stelle ansetzen. Dabei verfolgen sie einen integrativen Systemansatz. Ziel ist es, eine konsistente Datenbasis über alle Unternehmensbereiche hinweg zu schaffen und darauf aufbauend Prozesse strukturiert zu steuern. Vertrieb, Produktion, Logistik und Faktura werden nicht isoliert betrachtet, sondern als miteinander verknüpfte Domänen modelliert.

Eine Ansicht das Dashboards von LAIMS

Ein zentrales Prinzip besteht darin, Daten entlang des gesamten Wertschöpfungsprozesses fortzuführen, anstatt sie in einzelnen Systemen mehrfach abzulegen. Dadurch lassen sich Fehlerquellen reduzieren und Entscheidungsgrundlagen verbessern. Gleichzeitig wird die operative Steuerung vereinfacht, da relevante Informationen kontextbezogen verfügbar sind.

Besonderes Augenmerk liegt auf der Abbildung branchenspezifischer Anforderungen. Dazu zählen unter anderem komplexe Variantenlogiken, die Integration unterschiedlicher Veredelungstechniken sowie die Abstimmung von Materialverfügbarkeit und Produktionsplanung. LAIMS wurde gezielt für diese Anforderungen konzipiert und orientiert sich nicht an generischen ERP-Strukturen.

„Wir haben kein System gebaut – wir haben ein Problem gelöst“

Für Mateo Leitner, Geschäftsführer der TOPO GmbH, war die Ausgangssituation für die Entwicklung von LAIMS relativ klar: „Trotz intensiver Suche über viele Jahre hinweg gab es kein System, das die Anforderungen der Textilveredelung wirklich abbilden konnte. Entweder waren Lösungen zu generisch oder sie haben bestehende Komplexität lediglich digital verwaltet, ohne sie zu strukturieren. Nach über zehn Jahren Erfahrung in der Branche war für mich klar, dass ein anderer Ansatz notwendig ist.“

Den zentralen Unterschied im Vergleich zu bestehenden Prozessen sieht Mateo Leitner im Verständnis von Prozessen. „Viele Systeme beginnen bei der Oberfläche oder bei einzelnen Funktionen. Wir haben bewusst auf einer fachlichen Ebene angesetzt und die Abläufe zuerst sauber modelliert. Daraus ist eine Systemlogik entstanden, die Prozesse nicht nur abbildet, sondern aktiv strukturiert und miteinander verknüpft“, erklärt Mateo Leitner.

Leitners Einschätzung zufolge entstehen in vielen Betrieben Insellösungen. So werden Angebote etwa getrennt von der Produktion gedacht, Materialplanung läuft parallel, und am Ende fehlt die Durchgängigkeit. „LAIMS schafft hier eine einheitliche Datenbasis. Informationen werden einmal erfasst und durchlaufen das gesamte System. Dadurch entsteht Klarheit – sowohl operativ als auch in der Steuerung“, so Leitner, der hinzufügt: „Wir haben kein System gebaut – wir haben ein Problem gelöst“

Die Branchenerfahrung des Teams von TOPO spielte bei der Entwicklung der Lösung eine große Rolle. Leitner: „Viele Anforderungen lassen sich nicht aus theoretischer Sicht ableiten, sondern ergeben sich aus der täglichen Praxis. Genau diese Perspektive war entscheidend. LAIMS ist nicht am Reißbrett entstanden, sondern aus konkreten Problemstellungen im laufenden Betrieb.“

Partnerschaft für eine erweiterte Perspektive

Gemeinsam mit Alexander Krassler von L-Shop Austria konnte TOPO partnerschaftlich viele Themen aus einer erweiterten Perspektive betrachten und weiterentwickeln. „Der kontinuierliche Austausch und die Unterstützung über den gesamten Projektverlauf hinweg haben maßgeblich dazu beigetragen, dass wir heute an dem Punkt stehen, an dem wir stehen: kurz vor dem großen Launch von LAIMS“, erklärt Mateo Leitner.
Die Systemarchitektur von LAIMS folgt dem Ansatz, bestehende Komplexität nicht zu verwalten, sondern aktiv zu reduzieren. Prozesse werden klar strukturiert, Abhängigkeiten transparent gemacht und operative Abläufe nachvollziehbar gestaltet. Dies ermöglicht eine präzisere Planung sowie eine bessere Steuerbarkeit im Tagesgeschäft.

Mit LAIMS positioniert sich die TOPO GmbH als spezialisierter Anbieter innerhalb eines Marktes, der bislang stark durch individuelle Lösungen und gewachsene Strukturen geprägt ist. Der Fokus liegt dabei auf der Verbindung von praxisnaher Prozesslogik und moderner softwaretechnischer Umsetzung.

Webinar am 17. September 2026

Mateo Leitner, Geschäftsführer der TOPO GmbH
Mateo Leitner, Geschäftsführer der TOPO GmbH

In einem Online-Seminar der Akademie für Textilveredlung geht Mateo Leitner der Frage nach, warum Digitalisierung in der Textilveredelung jetzt relevant ist. In dem einstündigen Webinar am 17. September von 11 bis 12 Uhr spricht er über den Prozess von Angebot, Abstimmung, Produktion, Nachbearbeitung und mehr in Stick und Druck. Er thematisiert die typischen Prozessprobleme in der Textilveredelung, stellt digitalisierte Möglichkeiten für alle Prozesse im Betrieb vor und erklärt, wie die Implementierung neuer Systeme aussehen kann. Dabei zeigt Mateo Leitner auch die Chancen und realistischen Einsatzfelder von KI in der Textilveredelung.


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Daiber stellt Konfigurator für die Preisermittlung bei Druck & Stick vor

Mit dem neuen Online-Konfigurator für Druck- und Stickaufträge bietet die Gustav Daiber GmbH ihren Kunden ab sofort eine Möglichkeit, Veredlungspreise selbst zu kalkulieren und Aufträge direkt im Webshop zu platzieren. Für Daiber ist dies ein weiterer Meilenstein in der digitalen Transformation des Corporate-Fashion-Herstellers aus Albstadt.

Mit dem neuen Konfigurator für Druck und Stick setzt der Full-Service-Anbieter Daiber einen weiteren Meilenstein in seiner Digitalstrategie. Ab sofort können registrierte Kunden direkt im Webshop eigenständig Veredelungskonfigurationen durchführen. Einfach, transparent und rund um die Uhr können damit Preise auf Basis individueller Motive und Bestellmengen ermittelt werden. Auf der Artikeldetailseite steht der neue Service mit wenigen Klicks bereit. Die intuitive Bedienung ermöglicht eine schnelle Konfiguration, um exakte Kalkulationen vorzunehmen. Damit erweitert Daiber das Service-Angebot für seine Kunden. „Mit dem neuen Konfigurator schaffen wir ein vertriebsunterstützendes digitales Angebot mit 24/7-Verfügbarkeit im Bereich Veredelung und gehen einen weiteren entscheidenden Schritt in Richtung kundenorientierter Digitalisierung und nachhaltiger Wettbewerbsfähigkeit“, erklärt André Knaus, Head of Marketing & Digital Operations bei Daiber.

Mehr Flexibilität, weniger Komplexität – rund 800 Nutzungen in der ersten Woche

Innerhalb der ersten Woche verzeichnete das neue Tool rund 800 Konfigurationen von über 500 Kunden. „Die positive Resonanz ist ein starkes Signal für die Akzeptanz im Markt und ein Beleg für den Bedarf an schnellen, zugänglichen Lösungen im B2B-Bereich“, so Steffen Frank, Head of Digital bei Daiber. Der Anbieter bietet mit dem Tool die automatische Auswahl des optimalen Veredelungsverfahren basierend auf Artikel, Farbe, Motiv und Material. Neben den bestehenden Druck- und Sticktechnologien erweitert Daiber im Rahmen dessen sein Veredelungsangebot um die Digitaldrucktechnik als neuen Standard. Über das Kundenkonto können Aufträge komfortabel verwaltet und ihr Status jederzeit eingesehen werden – für maximale Transparenz und Übersichtlichkeit.

Weiterentwicklung der Services bereits in Planung

Mit dem Konfigurator stärkt Daiber die digitale Kundenschnittstelle und treibt die Transformation des Textilunternehmens zur digitalen Corporate-Fashion-Plattform gezielt weiter voran. Weitere Funktionserweiterungen wie ein Tool zur Artikelgestaltung sind bereits in Planung.


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Reality Textile App
Die Reality-Textile-App ersetzt den Musterkoffer

Imbretex ist Textilgroßhändler am Markt für Textilveredlung. Doch damit nicht genug, denn das Unternehmen setzt auf Service und Exklusivität. Zuletzt überraschte Imbretex mit der Einführung der Textilmarke Jack & Jones und der Verstärkung seines Vertriebsteams in Deutschland. Nun kommt eine neue Reality App als Verkaufsinstrument für die Textilveredlungsbetriebe hinzu.

Die App Reality Textile ist eine technologische Innovation auf Basis so genannter Augmented Reality. Hat man die App erst einmal auf seinem mobilen Endgerät installiert, dann ist das Prinzip relativ simpel. Die Anwenderin oder der Anwender fotografiert einen bestimmten Punkt, wie z.B. eine Straße, den Garten oder einen Showroom und projiziert ein Mannequin in das Bild. Nun können der Figur nach Belieben voreingestellte Textilprodukte wie T-Shirts, Polos, Jacken und mehr angezogen werden. Der Clou: Das Kleidungsstück ist bis in das kleinste Detail in 3D zu erkennen. Das Mannequin lässt sich im Raum drehen und kann von allen Seiten betrachtet werden. Man kann ganz nah herangehen und erkennt jede Rippe, Naht, Reißverschluss oder Kragen sowie die Art des Gestricks oder Gewebes. Gut zu erkennen ist, wie das Kleidungsstück dem Träger passt, welche Falten es wirft und vieles mehr. Zudem sind Produktinformationen hinterlegt.

„Unsere Welt wird von aufregenden digitalen Trends geprägt, und unser Geschäft ist da keine Ausnahme. Jedes Jahr erhöhen wir unser Niveau, um unseren Kunden neue Perspektiven zu bieten und neue Dienstleistungen zu entwickeln.“, betont Jonathan Klis, Vertriebsleiter bei Imbretex.

„Unsere Produkte können in jedem Detail und in jeder Farbe gezeigt werden, zu jeder Zeit und an jedem Ort.“

So entwickelte der Textilgroßhändler die digitale Verkaufs- und Entscheidungshilfe, um die Wiederverkäufer bei der Akquise und im Verkaufsprozess zu unterstützen. Bei einem Ortsbesuch der Akademie für Textilveredlung führt der neue Vertriebsmitarbeiter Serge Endrizzi die App vor und erklärt: „Unsere Produkte können in jedem Detail und in jeder Farbe gezeigt werden, zu jeder Zeit und an jedem Ort.“ Der innovative Service bietet für den Verkäufer ein dynamisches Erlebnis durch ein einfach zu bedienendes Tool mit einem eleganten Design.

Endrizzi: „Unser Ziel ist es, den Außendienstmitarbeitern unserer Kunden, die wiederum bei ihren Kunden unterwegs sind, ein echtes Arbeitsinstrument anzubieten. Dabei bringt das Tool drei wesentliche Vorteile mit sich. Erstens lässt sich in der App die Passform eines Textilprodukts sehr genau erkennen. Zweitens resultiert daraus eine enorme Ersparnis an Versand von Musterteilen, die zur Anprobe verschickt und wieder retourniert werden. Und drittens wird der Musterkoffer überflüssig. Ich kann die Textilen in einer virtuellen Umgebung zeigen und feststellen, ob sie passen.“

Die App befindet sich derzeit noch im Aufbau und umfasst aktuell etwa 50 Produkte, die gezeigt werden können. Doch die Datenbank wird nach und nach befüllt, so dass bald bis zu 400 Referenzen digital dargestellt werden können.

„Die große Herausforderung bei der Modellierung von Textilien besteht darin, den Stoff so lebensecht wie möglich abzubilden“, erklärt Jonathan Klis und fügt hinzu: „Es geht nicht nur darum, einen Wow-Effekt zu erzeugen, sondern auch darum, dass unsere Bestseller wirklich gut zu sehen sind.


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André Albrecht gewinnt mit Myze Gold beim Brother Knowledge Award 2023

Die Cloud-Endkunden Plattform Myze, von Brother BIMH in Emmerich entwickelt, gewinnt bei dem diesjährigen Brother Knowledge Award in der Kategorie Non-Produktion den Gold Award.

Der Brother Knowledge Award ist ein interner Innovationswettbewerb der Brother Group. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter erhält die Möglichkeit, Konzepte oder Produkte aus den Bereichen Produktion, Nachhaltigkeit, Innovation, Non-Produktion und weiteren einzureichen. Brother zeichnet die Gewinner jährlich bei einem großen globalen Netzwerk-Events in Nagoya, Japan, aus.

André Albrecht (Dritter von links auf dem Foto, Bild: Brother) von Brother im Emmerich hat mit Myze in der Kategorie Non-Produktion in diesem Jahr die Vorauswahl geschafft. Dadurch erhielt er die Chance, die Plattform in Nagoya vor der Fach-Jury, bestehend aus dem Präsidenten, dem Executive Management und internationalem Publikum, zu präsentieren. Nach Vergabe der Punkte in diversen Kategorien gelang es André Albrecht, mit der Plattform Myze den ersten Platz zu belegen.

Hinter Myze verbirgt sich eine Onlineplattform für Textilveredlung. Das System ermöglicht es den Betrieben, ihre Drucker und Leistungskennzahlen unter Kontrolle zu halten. In der Cloud können alle Daten abgelegt und verwaltet werden. Dabei lässt sich der gesamte Workflow von der Bestellung über die Produktion bis hin zum Versand implementieren. Mit dem „Myze Creator“ lassen sich Kundenerlebnisse mit personalisierten Textilien am POS realisieren. Produkte können dabei in alle großen Online-Shops übertragen werden. Mit dem „Myze Designer“ erstellen die Anwenderinnen und Anwender Artikel und Vorlagen in wenigen Schritten.

Mit der Plattform Myze können Betriebe derzeit im DTG-Verfahren produzieren. Die DTF-Technologie und die Stickerei sollen nach Angaben des Unternehmens jedoch bald hinzukommen.


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