Der Textilproduzent SETEX-Textil stellt gemeinsam mit verschiedenen Projektpartnern den Solarpark Dingden vor. Die Photovoltaik-Freiflächenanlage mit 6.577,2 kWp (6,5 MWp) und 9.396 Modulen ist im Januar 2026 planmäßig in Betrieb gegangen. Zukünftig soll sie jährlich etwa 5,5 Millionen Kilowattstunden sauberen Strom liefern. Davon werden nach aktueller Planung rund 65 Prozent des erzeugten Solarstroms direkt am Standort SETEX-Textil in Dingden verbraucht. Der übrige Anteil wird in das Netz eingespeist. Die rechnerische Klimawirkung liegt – je nach zugrunde gelegtem Emissionsfaktor – bei rund 3.711 Tonnen CO₂ pro Jahr.
Der Solarpark ist als Gemeinschaftsprojekt umgesetzt worden. Bauherr und Betreiber ist die SBS Sonnen GmbH & Co. KG, die das Projekt als Auftraggeberin für die SETEX-Textil GmbH realisiert. Die Realisierung der Anlage verantwortete B&W Energy GmbH & Co. KG. Für die elektrische Infrastruktur und Netzanbindung inklusive Schutz- und Regeltechnik zeichnete Omexom Elektrobau GmbH verantwortlich. Westnetz GmbH begleitete als Netzbetreiber die Abnahmen und die Inbetriebnahme der Netzanbindung.
Technische Eckdaten und Anlagenkonzept
Der Solarpark Dingden setzt auf eine aufgeständerte Konstruktion mit 15 Grad Neigungswinkel und eine Ost-West-Ausrichtung, um die Stromproduktion gleichmäßiger über den Tagesverlauf zu verteilen. Das Konzept ist darauf ausgelegt, erneuerbare Erzeugung am Standort dauerhaft nutzbar zu machen und zugleich die Anforderungen an Netzstabilität, Schutzkonzept und Betriebsführung zu erfüllen.
Flächennutzung und Mehrwert vor Ort
Das Projektgebiet umfasst insgesamt 5,2 Hektar. Davon entfallen rund 3 Hektar auf die belegte Fläche, die sich mit 29.187 m² beziffern lässt. Aufgrund der Bodenbeschaffenheit ist die Fläche für eine klassische landwirtschaftliche Nutzung nicht geeignet. Durch die Nutzung als PV-Standort bleibt sie unversiegelt und kann weiterhin als Weidefläche genutzt werden. Zusätzlich darf das Areal für die Kommune nun als Überschwemmungsfläche genutzt werden.
Von der Planung bis zur Inbetriebnahme
Der Weg zur Inbetriebnahme folgte einem klaren Ablauf. Nach Rammplan und Standsicherheitsnachweis sowie der Bestellung und Prüfung der Unterkonstruktion wurden Fläche und Zaunbau vorbereitet. Es schlossen sich Baustelleneinrichtung, Anlieferung, Rammarbeiten und Montage von Unterkonstruktion und Modulen an. Danach erfolgten die Integration der Wechselrichter und die DC-Verschaltung, bevor die Mittelspannungsstation geliefert und aufgebaut wurde. Den Abschluss bildeten Abnahme und Inbetriebnahme – im Januar 2026 ging die Anlage planmäßig ans Netz.
Energieinfrastruktur von Trafostation bis Fernwirktechnik
Omexom realisierte die elektrotechnische Anbindung und die erforderliche Energieinfrastruktur so, dass die Erzeugung aus der neuen Freiflächenanlage und die Bestandsanlagen am Standort gemeinsam zuverlässig geführt werden können. Dazu gehörten die Lieferung einer neuen 10-kV-Übergabestation nach Kundenwunsch sowie die Trassenplanung für die Anbindung zwischen Übergabestation und Firmengelände. Zwischen PV-Park und Betriebsgelände wurden die Mittelspannungsverkabelung und die LWL-Verkabelung umgesetzt. Parallel installierte Omexom die Fernwirktechnik und die PV-Regelung für Bestandsanlage und neue Freiflächenanlage und baute eine separate IT-Netzwerkstruktur auf, die Bestandsanlagen, Übergabe und PV-Freifläche sauber voneinander abgrenzt und gleichzeitig verlässlich verbindet. Außerdem wurden alle Bestands-Trafostationen auf dem SETEX-Werksgelände auf 10 kV ausgebunden und an der neuen Übergabestation angeschlossen. Schutzprüfungen des 10-kV-Übergabeschutzes sowie des über- und untergeordneten Netzschutzes ergänzten das Leistungspaket; sämtliche Abnahmen und Inbetriebnahmen erfolgten gemeinsam mit Westnetz und B&W.
„Mit dem Solarpark Dingden erhöhen wir den Anteil erneuerbarer Energie am Standort spürbar und schaffen eine belastbare Basis für die nächsten Schritte unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Entscheidend war dabei nicht nur die Anlagenleistung, sondern die saubere Integration ins Werksnetz inklusive Regelung, Schutzkonzept und Betriebsführung. Das Projekt zeigt, dass industrielle Anforderungen und Energiewende in der Praxis zusammengehen – wenn Planung, Umsetzung und Netzkoordination stimmen“, sagt Matthias Bußhaus, Assistent der Geschäftsleitung, SETEX-Textil GmbH
Grünstromstrategie am Standort
SETEX ergänzt die Eigenerzeugung aus Photovoltaik durch weitere Grünstrombausteine. Seit Anfang 2024 setzt das Unternehmen zusätzlich auf ein Power Purchase Agreement (PPA) mit dem Berliner Grünstrom-Start-up trawa und nutzt damit Strom aus deutschen Wind- und Solarparks. Der Solarpark Dingden ist ein weiterer Schritt, um erneuerbare Erzeugung am Standort langfristig zu verankern und die Versorgung strukturell nachhaltiger auszurichten.
Die SETEX-Textil GmbH mit Hauptsitz in Hamminkeln-Dingden zählt zu den deutschen Textilherstellern mit einer weitgehend integrierten Wertschöpfung am Standort. Das Unternehmen entwickelt und produziert Textilien für unterschiedliche Anwendungen und setzt dabei auf moderne, ressourcenschonende Prozesse. Mit Investitionen in Effizienz, Digitalisierung und nachhaltige Energieversorgung verfolgt SETEX das Ziel, die eigene Produktion langfristig zukunftsfähig aufzustellen. In der Energie- und Nachhaltigkeitsstrategie setzt SETEX auf die Kombination aus eigenerzeugtem Solarstrom, hoher Eigenverbrauchsquote und ergänzender Beschaffung von Grünstrom, um Emissionen dauerhaft zu senken und die Versorgung am Standort resilienter zu machen. Der Solarpark Dingden ist dabei ein zentraler Baustein, um erneuerbare Erzeugung lokal zu verankern und planbar in den Betrieb zu integrieren.
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